Covid-19, tote Flüchtlinge, der Tod von George Floyd, der die Unterdrückung von Millionen Menschen auf der ganzen Welt wiederspiegelt. Dies alles sind Krisen, die wir 2020 bereits bewältigen mussten bzw. noch immer müssen. Nicht nur diese schlimmen Vorfälle prägen unsere Welt, sondern noch viele mehr . Umso mehr ich mich mit den Themen Ungerechtigkeit, Katastrophen, Notstände und anderen Unzulänglichkeiten beschäftige, umso mehr Unbehagen fühle ich. Und genau da ist er – der Weltschmerz. Er kommt schleichend, sitzt tief und gibt einem das Gefühl, im falschen Film zu sein. In diesem Beitrag möchte ich meine Gedanken zum Thema Weltschmerz teilen und wie ich damit umgehe.

Die Erde brennt – Quelle: pixabay

Der Mensch am höchsten Stand der Entwicklung und trotzdem soweit zurückgeblieben

Wir können klonen, Essen aus 3 D-Druckern herauszaubern, machen alles über unsere Smartphones und trotzdem sind wir in vielen Themen „hängen geblieben“. Nach Hunderten Jahren Krieg, Unterdrückung, Ungerechtigkeiten scheint es, dass der Mensch immer noch nichts dazu gelernt hat. Immer noch werden Menschen nach ihrer Hautfarbe, ihrem Aussehen, ihrer Religion, ihrer Sexualität, ihrem Geschlecht oder anderen Merkmalen, die uns Menschen einzigartig machen, verurteilt und benachteiligt. Es ist eine Schande, dass diese Missstände immer noch auf unserer Welt herrschen und nicht alle Erdenbürger gleich behandelt werden.

Wir leben, als hätten wir eine zweite Erde im Koffer

Neben den Problemen und der Härte, die zwischen vielen Menschen noch herrscht, vergessen wir manchmal nebenbei, dass wir unsere Welt mit unserem Lebensstil langsam zu Grunde richten. Wir leben, als hätten wir eine zweite Erde im Koffer und wollen nicht einsehen, dass es nicht nur Fünf-vor-Zwölf, sondern eher Fünf-nach-Zwölf ist. Durch unsere leistungsorientierte Gesellschaft, steht Besitz und Überfluss an der Tagesordnung. Wir kaufen das hundertste T-Shirt und das zwölfte Paar weiße Sneakers und vergessen dabei, was dies für unsere Umwelt eigentlich bedeutet. Und wenn das Smartphone ein Jahr alt ist und auch noch super funktioniert, wird es trotzdem durch ein neueres im Wert eines Kleinwagens ersetzt.

Wir haben alles und wollen trotzdem immer noch mehr. Gibt es dabei eine Grenze? Scheinbar nicht. Denn auch wenn wir uns die Güter eigentlich nicht leisten können, ermöglichen uns Geldkarten und billige Kredite schnelles und einfaches Geld. Wer am meisten unter all diesem Kaufwahn leidet ist unsere Umwelt und die Menschen, die in diesem Prozess ganz unten stehen. Sie werden für Billiglöhne ausgebeutet und müssen unter lebensgefährlichen Bedingungen 12 Stunden+ am Tag arbeiten. Jeder weiß das, aber trotzdem schließen wir unsere Augen davor, um nicht auf Konsum verzichten zu müssen.

Weltschmerz - Bild von See
Mondsee

Wie ewige Kritiker alles nur noch schlimmer machen

Wer denkt, mit all den Problemen auf der Welt hätten wir nicht genug zu kämpfen, der vergisst die ewigen Kritiker. Die, die alles, immer schlecht reden. Besonders unter politischen oder sozialen Posts in Social Media findet man die Ewig-Nörgler und Über-Gescheiten. Sie wissen alles besser, machen alles schlecht und finden in jeder noch so positiven Tat etwas Schlechtes. Doch nicht nur in den Sozialen Medien sind sie zu finden, sondern auch in unserem Alltag. Sie sind an unserem Arbeitsplatz, im Freundeskreis oder in der Familie und warten nur darauf, mit ihrer pessimistischen Art uns den letzten Nerv und den letzten Schimmer Hoffnung zu rauben. Was ich beobachten konnte ist, dass es sich meist um Menschen zwischen 35 und 60 Jahren handelt, die frustriert in ihrem Kämmerchen sitzen, ihr Leben hassen und noch nie weiter als über ihre Gemeindegrenze hinaus gekommen sind.

Wie gehe ich mit Weltschmerz um und was kann ich tun?

Für viele stellt sich nun die Frage, wie man mit Weltschmerz umgeht und was man gegen die Missstände tun kann. Erstmal vorab – es geht uns alle etwas an und nicht nur die, die diesen Schmerz fühlen. Wir sitzen alle im gleichen Boot und die Probleme auf der Welt betreffen uns alle.

Ich persönlich gehe mit diesem Schmerz so um, dass ich meiner Meinung nach gute und positive Dinge für unsere Gesellschaft tue. Ich habe zum Beispiel einen sozialen Job gewählt, mich als Stammzellenspenderin registrieren lassen und engagiere mich in einem sozialen Verein. Desweiteren reflektiere ich mein Verhalten und versuche es durch „nachhaltigere“ Lösungen zu verbessern.

Es braucht Mut, die Wahrheit zu suchen, ohne zu wissen, ob man sie ertragen kann.

Ernst reinhardt

Nobody is perfect

Mit diesem Beitrag will ich auf die Missstände dieser Welt aufmerksam machen, mein Gefühle und meinen Weltschmerz ausdrücken. Darum habe ich bewusst alles etwas extrem dargestellt. Es geht hier nicht darum, dass alles auf der Welt schlecht ist – ganz im Gegenteil. Es geht darum, dass wir uns bewusst machen, dass eine „Es-geht-mich-nichts-an-Mentalität“ niemanden weiterhilft und dass wir alle irgendwo Schuld daran sind, dass es ist, wie es ist. Wichtig ist nun einfach, sich dieser Tatsache bewusst zu werden und sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Ich will hier niemanden an den Pranger stellen und stelle selber leider fest, dass ich viele Dinge einfach noch nicht „richtig“ mache. Niemand ist perfekt und wird es nie sein. Wichtig ist nur, dass wir alle an einem Strang ziehen, um jedem auf Welt ein möglichst friedliches und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.