Am 26. Oktober 2008 ist das UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Kraft getreten. Das Gesetz gibt Auskunft über die Rechte, insbesondere über Gleichstellung, im alltäglichen Leben. Menschen mit Behinderung haben das Recht auf Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Teilhabe am öffentlichen Leben. Sie sollen dieselben Chancen in der Ausbildung und am Arbeitsmarkt bekommen. Sie haben also Recht auf Inklusion. Ist das die Realität? Leider nein! Menschen mit Behinderung stehen oft noch am Rande der Gesellschaft und werden alles andere als gleichberechtigt behandelt. In Österreich haben ganze 1,6 Millionen! Menschen eine Behinderung und trotzdem will niemand so richtig darüber reden. In diesem Beitrag möchte ich niemanden belehren oder jemanden etwas vorwerfen, sondern ganz einfach zum Nachdenken anregen.

Menschen mit Behinderung stehen oft am Rande der Gesellschaft.

Inklusion - Mann in Rollstuhl
Mann in Rollstuhl – Quelle: pixabay

Warum die Inklusion oft scheitert

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und lieben es, wenn Dinge vorhersehbar und bekannt sind. Alle und alles was über unser alltägliches Leben hinaus geht, wird oft als „andersartig“ oder „komisch“ empfunden. Und genau diese Tatsache betrifft leider oft Menschen mit Behinderung. Diese sind immer noch nicht alltäglich und dabei ist es egal, ob jemand im Rollstuhl sitzt oder das Downsyndrom hat. Diese Tatsache lässt sie oft zum Außenseiter werden und somit schwerer am sozialen und alltäglichen Leben teilhaben.

Der Traum von Gleichberechtigung und Selbstbestimmung

Laut der UN-Konvention sollen Menschen mit Behinderung die gleichen Chancen geboten werden, wie Menschen ohne Behinderung. Sie sollen dabei selbst Entscheidungen treffen können und über ihren Weg bestimmen. Leider ist dies im wahren Leben oft nicht umgesetzt. Menschen mit Behinderung haben es oft an Schulen schwerer. Sie finden schwerer Anschluss und werden dabei von MitschülerInnen als „andersartig“ angesehen. Ebenso kann ein Schulgebäude ohne Barrierefreiheit den Schulalltag noch mehr erschweren.

Auch am Arbeitsmarkt ist von Gleichberechtigung keine Spur. Laut Gesetz soll jede Firma einen bestimmten Prozentsatz an Menschen mit Behinderung beschäftigen, andererseits sind Strafzahlungen fällig. Viele Arbeitgeber umgehen dieses Gesetz und bezahlen lieber die Strafe, anstatt behinderten Menschen eine Chance zu geben. Nun werden Kritiker wieder aufschreien und sagen, Menschen mit Behinderung können doch in vorhergesehen Werkstätten arbeiten. Ja richtig – aber dort erhalten die Beschäftigten leider kein richtiges Gehalt, sondern nur ein Taschengeld. Diese Tatsache hindert sie noch mehr daran, ein selbstbestimmtes Lebens zu führen.

Mehr zu diesem Thema könnt ihr hier lesen.

Maßnahmen zur Förderung vom Inklusion

Um in Zukunft Menschen mit besonderen Bedürfnissen mehr in unser alltägliches Leben zu integrieren bedarf es vieler Veränderungen. Dies muss nicht nur auf der Staatsebene passieren, sondern beginnt bei jedem einzelnen von uns. Kleine Änderungen in unserem Denken und Handeln beeinflussen die Inklusion bereits sehr. Auch mehr Kontakt mit behinderten Menschen fördert die Inklusion positiv.

Maßnahmen zur Förderung von Inklusion:

  • Aufklärung über die Verschiedenheit von Menschen bereits in der Volksschule
  • Inklusiver Unterricht
  • Offenheit gegenüber behinderten Menschen
  • Respektvoller Umgang mit Menschen mit Behinderung
  • Behinderte Menschen nicht auf ihr Handicap reduzieren, sondern die Person dahinter sehen
  • Menschen mit Behinderung als eigenständige Person ansehen
  • Zugang zum Arbeitsmarkt
  • Barrierefreiheit
Inklusion - Menschen die sich die Hände reichen
Zusammenhalt – Quelle: pixabay

Wie wir behinderte Menschen ansehen, sagt viel darüber aus, wie wir uns selbst anschauen.

Richard von Weizsäcker