Ich kann mich noch gut erinnern, als ich das erste Mal von COVID-19, auch bekannt als „Corona Virus“, gehört habe. Es war in den Medien und es wurden Bilder aus China gezeigt. Der Virus war dort bereits ein heikles Thema und forderte viele außergewöhnliche Maßnahmen. Ich machte mir dabei ehrlich gesagt noch nicht viele Gedanken , denn waren schon viele Krankheiten und Viren in Asien aufgetreten und dabei hier in Europa mehr oder weniger (fast) spurlos an uns vorbei gegangen. Dass es diesmal aber anders war, stellte sich nach erschreckend kurzer Zeit heraus. Ein Land nach dem anderen meldete die ersten Corona Fälle und startete Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus.

Spätestens jetzt war uns allen klar, dass es sich hier nicht um irgendeine harmlose Viruserkrankung handelt, sondern es ernst war und zwar sehr ernst. Die gesamte Welt stand innerhalb von wenigen Wochen still. Geschäfte geschlossen, Flugverkehr gestoppt, Maskenpflicht, Lock-Down. Auch Österreich zog sehr schnell nach und setzte viele Maßnahmen, um die Ausbreitung von Corona einzudämmen und zu verlangsamen.

Corona
Corona Quelle: pixabay

Während dieser Corona Krise hat sich für uns alle das Leben geändert, nicht nur ins Positive. Wir erfuhren was es heißt, sich in unserem Leben einzuschränken zu müssen und das Widerstand in einer Pandemie im wahrsten Sinne des Wortes tödlich enden kann. Viele Menschen verloren ihre Arbeit, Betriebe wissen nicht wie es weiter geht und ganze Existenzen wurden zerstört. Jedoch hat bekanntlich jede Medaille zwei Seiten. Neben all dem Leid und den negativen Ereignissen, was uns der Virus beschert hat, gibt es auch positive Seiten. Viele Dinge, die wir aus so einer außergewöhnlichen Situation lernen können.

Einer für alle und alle für einen

Spätestens die Coronazeit hat uns wiedereinmal aufgezeigt, dass große Probleme und Krisen nur gemeinsam gelöst werden können. Getreu dem Motto „Einer für alle und alle für einen“ bedarf diese besondere Zeit Zusammenhalt und Rücksichtnahme. Denn auch wenn es uns nicht direkt betrifft, kann es andere betreffen. Auch im Thema Hilfsbereitschaft sind die ÖstereicherInnen über ihre Grenzen hinaus gewachsen. In kürzester Zeit wurden Hilfstrupps für Risikogruppen und Betroffene aufgestellt und alltägliche Tätigkeiten übernommen.

Corona Krise - Sonnenuntergang

Was brauchen wir eigentlich wirklich?

Während des Lockdowns hatten die meisten von uns viel Zeit zum Nachdenken, auch über unser Konsumverhalten. Da nur die nötigsten Geschäfte geöffnet hatten, bestand für uns keine Möglichkeit einzukaufen, außer online. Durch diese 2 Monate „Abstinenz“ wurde vielen klar, dass man eigentlich gar nicht soviel braucht und das wir mehr als genug besitzen. „Altmodische“ Dinge wie Kochen und Backen wurden auf einmal wieder populär und so kam es kurzzeitig zu einem Ausverkauf von Germ in nahezu allen Supermärkten (warum auch immer). Neben der Erkenntnis was wir alles haben, wurde uns auch genau klar was uns fehlt – unsere Liebsten. Durch die Beschränkungen konnten wir wochenlang unsere Freunde und Familien nicht sehen und vermissten diese schrecklich.

Der Mensch wird in seinem Außen nie finden, was er in seinem Inneren nicht hat.

Alexandra herdth

Freiheit und Selbstbestimmung

Ein weiterer Fakt, der uns allen mehr oder weniger schmerzhaft bewusst geworden ist, dass Freiheit und Selbstbestimmung zu den höchsten Gütern unserer Gesellschaft gehören. Wir konnten immer (fast) alles tun, wann und wo wir es wollten. Wir sind gereist, fortgegangen, waren arbeiten und shoppen und vergaßen dabei, dass diese Dinge eigentlich nicht selbstverständlich sind. Zum ersten Mal wurde den meisten von uns gezeigt, was es heißt, keine unbegrenzte Freiheit und Selbstbestimmung zu haben und sich an sehr strenge Regeln halten zu müssen. Lass uns dies nie mehr vergessen und immer für unsere Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen (natürlich nur, wenn uns diese unberechtigterweise genommen wird).

Corona Krise - Palmen

Wir ihr nun sehen könnt, hat uns diese Zeit vieles gelehrt. Covid-19 ist noch nicht vorbei, aber wir sind auf einem guten Weg. Also lasst uns weiter zusammenhalten und an einem Strang ziehen, um wie der Phönix aus der Asche aufzusteigen und noch stärker aus dieser Krise hinauszugehen.